Über Yoga:

Im Westen verbinden die Menschen mit dem Begriff Hațha Yoga großteils Körper- und Atemübungen, die Gesundheit und Wohlbefinden verbessern. Das ist ein positiver Nebeneffekt. Der ursprüngliche Sinn dieser Art zu üben ist, den Körper für spirituelle Erfahrungen zu kräftigen. Yoga ist eine ganzheitliche Übungspraxis und ein Erfahrungsweg, der sich bei jedem Menschen ganz individuell entwickelt. Der Begriff Yoga ist sehr komplex und kann nicht mit einem einzigen Wort übersetzt werden. So findet man in den indischen Schriften und in der Literatur Definitionen wie:

Yoga ist das zur Ruhe kommen der Bewegungen des Geistes. Yoga ist Verbindung/Vereinigung. Yoga ist Erkenntnis. Yoga ist Versenkung. Yoga ist im Handeln vollkommen aufmerksam sein. Yoga ist etwas verwirklichen, was man vorher noch nicht verwirklicht hat.

Die erste Definition stammt von Patañjali, dem Autor des Yogasūtra, einer der wichtigsten Grundlagentexte der Yoga-Lehre. Er geht von drei Ebenen als Basis unseres Übens aus:

 
āsana-Praxis

Im Zentrum stehen Körperübungen - der Körper in einer leichten, angenehmen Haltung.

prāṇāyāma-Praxis

Mittels verschiedener Atemtechniken kann die Einheit zwischen Körper und Geist wieder hergestellt werden. Wesentlich dafür ist ein langer, feiner Atem, der durch wiederholtes Üben erlangt wird.

Meditationspraxis

Den Fokus bildet die Versenkung in ein Thema.

Diese drei Ebenen sind miteinander verbunden und ergänzen einander. Yoga kann als Vereinigung derselben verstanden werden. Das zur Ruhe Kommen des Geistes wird so ermöglicht. Auf diese Weise können wir uns unserem Wesenskern nähern. Ziel des Yoga ist innere Freiheit – unabhängig vom Aussen. Es geht um die Entfaltung unserer Potentiale, das Erkennen unseres ureigensten Wesens – frei von Konditionierungen und Mustern.